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Diese Skiausrüstung sollten Kinder für ihren ersten Schneetrip haben

Veröffentlicht: Di., 21.01. / 10:34
Autor: Sabrina Fuchs
Kind lernt Ski fahren
© Shutterstock

Gespannt fiebern die lieben Kleinen auf ihre ersten Stehversuche auf der Piste entgegen – da muss alles passen, damit die Premiere nicht zur Enttäuschung wird. Denn Skiausrüstung für Kinder hat so ihre Tücken: Von der richtigen Größe über die Sicherheit bis zum optimalen Kälteschutz gilt es einiges zu beachten. Erfahre deshalb, wie du dein Kind für seinen ersten Tag auf Skiern richtig einkleidest.

Auf die Länge kommt es an: Die passenden Skier wählen

Als Faustregel gilt: Je weniger erfahren das Kind, desto kürzer sollten die Skier ausfallen. Absolute Anfänger sollten für ihre ersten Gehversuche auf Skier zurückgreifen, die ihnen ungefähr bis zur Brust gehen. Kürzer als bis zu den Achseln sollten sie wiederum nicht sein, denn dann fehlt die nötige Stabilität. Am besten wird das erste Paar Skier ausgeliehen, denn schon nach wenigen Tagen können die kleinen Schneehasen meistens auf größere Versionen umsteigen. Bei erfahrenen Kindern dürfen die Skier maximal Körperlänge haben.

Unbedingt verzichten solltest du auf Skier mit Riemchenbindung, die mit einfachen Straßenschuhen getragen werden – die sind einfach nicht sicher genug und bieten keinen Halt. Außerdem wichtig: Eine richtig eingestellte Bindung ist die beste Versicherung gegen Unfälle und Verletzungen. Deshalb sollte sie vor dem ersten Ausflug auf die Piste unbedingt fachmännisch im Sportgeschäft geprüft und eingestellt werden.

Der wichtigste Part der Skiausrüstung: Skischuhe für Kinder

Eltern sind schnell versucht, Skischuhe etwas größer zu kaufen, damit sie auch im darauffolgenden Jahr noch passen. Aber das ist keine gute Idee, denn ein zu großer Skischuhe bietet nicht genug Halt und erschwert das Fahren, was letztlich auch die Sicherheit einschränkt. Genauso dürfen Skischuhe für Kinder nicht zu klein sein – das führt zu unangenehmen Druckstellen und kalten Füßen, da die isolierenden Luftkammern fehlen.

Um die perfekte Größe zu ermitteln, kannst du einfach den Innenschuh herausnehmen und mit der Fußsohle deines Kindes vergleichen: Mehr als einen Zentimeter länger sollte der Innenschuh nicht sein, kürzer selbstverständlich auch nicht. Achte außerdem darauf, dass die Schuhschale nicht zu hart ist. Denn sonst wird der Bewegungsfreiraum der Kleinen zu sehr eingeschränkt und sie lernen nicht, eigenständig das Gleichgewicht zu halten

Immer gut geschützt mit dem richtigen Helm

Ein gutsitzender Helm ist die wichtigste Versicherung bei schweren Stürzen. Nicht umsonst herrscht in vielen Ländern (darunter Österreich, Italien und Kroatien) Skihelmpflicht für Kinder unter 14 beziehungsweise 15 Jahren. Damit der Helm als Teil der Skiausrüstung für Kinder seine Aufgabe erfüllt, sollte er idealerweise einen einstellbaren Kopfumfang haben. So passt er perfekt auf den Kopf deines Kindes und kann sogar mehrere Jahre getragen werden. Darüber hinaus darf er natürlich weder Sicht noch Gehör einschränken. Achte darauf, dass der Helm das GS-Zeichen trägt, sodass ein Qualitätsstandard garantiert ist. Um zu verhindern, dass der Helm bei einem Sturz vom Kopf rutscht, darf er nicht zu locker sitzen und muss per Kinnriemen stets geschlossen sein.

Auf Mützen und Stirnbänder unter dem Helm sollte verzichtet werden, da sie den festen Sitz einschränken. Um den Kopf trotzdem warmzuhalten, sollte ein Helm mit Fleecefutter gewählt werden, der zur Klasse A gehört - denn dann schützt er auch Schläfen und Ohren.

Optional: Skistöcke

In der Regel lernen die Kleinen erst einmal ohne Skistöcke das Skifahren. Auch wenn sie bei der Gleichgewichtsregulation helfen oder dem Anschieben dienen, sind Skistöcke also nicht zwingend Teil der Skiausrüstung für Kinder. Falls du dein Kind aber mit Skistöcken ausstatten willst, solltest du eine Länge wählen, die ca. drei Viertel der Körpergröße deines Kindes entspricht. Du hast dich für die richtige Ausführung entschieden, wenn Unter- und Oberarme des kleinen Fahrers im geraden Stand mit aufgesetzten Skistöcken einen rechten Winkel bilden.

Damit die Knirpse den Durchblick behalten: die Skibrille

Skibrillen schützen die Augen nicht nur bei Schneefall, sondern vor allem vor UV-Strahlung. Die ist in den hochgelegenen Skigebieten und durch den reflektierenden Schnee, nämlich umso stärker. Eine gut angepasste Brille, die fest am Gesicht sitzt, schützt außerdem vor Zugluft. Ganz wichtig: Glas und sonstige Materialien, die leicht splittern können, haben aufgrund der Verletzungsgefahr nicht nur in der Skiausrüstung von Kindern nichts zu suchen.

Für mollige Wärme: ein passender Skianzug

Damit die Kleinen ungestört und Schnee spielen können und dennoch warm und trocken bleiben, muss ein guter Skianzug wind- und wasserfest sein. Gerade rund um Oberschenkel, Po und Knie herum darf absolut kein Wasser eindringen. Gleichzeitig sollte das Material aber atmungsaktiv sein, damit dein Kind vielen Herumtollen nicht unangenehm schwitzt. Ausreichend Bewegungsfreiheit ist natürlich ebenfalls ein absolutes Muss. Gerade die Übergänge zu den Hand- und Skischuhen sollten durch einen Klettverschluss oder Gummizug sicher verschlossen sein, damit sich hier keine Kältebrücken bilden oder Wasser eindringt.  

Richtig angezogen: Was du außerdem in Sachen Kleidung beachten solltest

  • Auf Schnüre und Kordeln verzichten: Um die Verletzungsgefahr zu verringern, solltest du statt auf herabhängend Schnüre und Kordeln lieber auf Gummizüge oder ähnliches setzen. Auch lange, lose Schals haben auf der Piste nichts verloren und sollten sicher unter dem Skianzug getragen werden – Schlauschals sind eine sinnvolle Alternative. Andernfalls steigt die Gefahr, dass die Kleinen hängenbleiben und sich verheddern. Aus dem gleichen Grund gehören auch Rucksäcke nicht auf den Rücken von kleinen Skifahrern.

  • Funktionsunterwäsche einsetzen: Der richtige Kälteschutz beginnt bereits unter dem eigentlichen Skianzug. Lange Thermounterwäsche hält dein Kind effektiv warm und transportiert gleichzeitig die Feuchtigkeit von der Haut weg, damit es nicht zu unangenehmem Schwitzen und Reibung kommt. Strumpfhosen haben gegenüber Socken den Vorteil, dass sie nicht über den Fuß rutschen.

  • Handschuhe mit Verlierschutz: Bei all der Aufregung über die ersten Skiabenteuer verlieren gerade die Kleinsten ihre Ausrüstung schnell aus den Augen. Besonders Handschuhe, die für einen besseren Griff immer mal wieder ausgezogen werden, gehen da schnell verloren. Deshalb bieten sich Modelle an, die über eine Kordel miteinander verbunden sind. Diese Kordel verläuft unter dem Skianzug entlang der Arme und verhindert so, dass die Handschuhe versehentlich liegen gelassen werden.

  • Reservekleidung einpacken: Selbst die beste Skiausrüstung für Kinder kann (gerade bei besonders schlechtem Wetter) der Nässe nicht immer standhalten. Daher bietet es sich an, eine Ersatzgarnitur aus Skianzug, Strümpfen, Unterwäsche und Handschuhen dabei zu haben. So können die Kleinen während einer kurzen Pause fix umgezogen werden, damit dem weiteren Schneespaß nichts im Weg steht.

Zusätzliche Tipps für die Skiausrüstung der Kinder

  • Trotz Wachstumsphasen stets die passende Ausrüstung: Zu große oder zu kleine Schuhe, Helme und Skier sind keine Option, da sie die Sicherheit einschränken. Kaum eine Familie wird aber jedes Jahr aufs Neue eine komplette Skiausrüstung für ihre Kinder erneuern können und wollen. Die Alternative: Leihen Sie Ausrüstung für kleine Kinder, die noch deutlich wachsen, vor Ort aus. Das ist in vielen Skischulen und Sportgeschäften problemlos möglich. Wer das nicht möchte, kann oft kaum getragene Garnituren auch gebraucht kaufen.

  • Die gesamte Ausrüstung mit Namen versehen: Besonders im Skikurs sind die lieben Kleinen schnell so abgelenkt, dass die Ausrüstung in Vergessenheit gerät. Schnell geraten Handschuhe, Helm und Schals durcheinander. Deshalb ist es sinnvoll, alle Teile mit dem Namen des Kindes zu versehen – entweder durch einen beschrifteten Klebestreifen oder Annäher.

  • Schutz vor kalten Füßen: Damit die Füße möglichst lange warm bleiben, können die Skischuhe der Kinder über Nacht in unmittelbarer Nähe der Heizung vorgewärmt werden. Das Gleiche funktioniert mit Unterwäsche, Socken und Handschuhen.

  • Schuhe richtig trocknen: Achte unbedingt darauf, dass die Skischuhe deiner Kinder nach jedem Pistentag richtig trocknen, sonst drohen unangenehme Gerüche und im schlimmsten Fall Schimmel. Damit auch der letzte Rest Feuchtigkeit beseitigt wird, sollten die Innenschuhe herausgenommen und separat getrocknet werden.

Fazit: Sicherheit und Komfort zeichnen eine gute Skiausrüstung für Kinder aus

Mach keine Kompromisse in Sachen Größe: Gerade Schuhe, Helm und Skier sollten immer exakt passen. Damit das nicht zur finanziellen Herausforderung wird, sind Leih- und Second-Hand-Angebote eine gute Wahl. Ansonsten ist warme, gutsitzende und wasserdichte Kleidung das A und O, damit der Skispaß nicht mit Tränen endet. Und das Wichtigste: Sicherheit geht immer vor! Schöne Designs mögen verführerisch sein, aber eine gute Passform und der Verzicht auf Details mit Verhedder-Gefahr haben Vorrang. Beherzigst du diese Tipps, steht dem nächsten Skiabenteuer mit der ganzen Familie nichts mehr im Wege!

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