Zum Magazin

Skifahren 20/21: In welchem Land welche Regeln in Skigebieten gelten

Veröffentlicht: Mo., 07.12. / 10:00
Autor: Sabrina Fuchs
Wird Skifahren trotz Corona möglich sein?
© Shutterstock

Dieser Artikel geht um die Coronaregeln für die Skisaison 2020/2021. Hier findest Du die Coronaregeln für Skifahren in Österreich für die Wintersportsaison 2021/2022 und hier die Coronaregeln pro Land für die Wintersportsaison 2021/2022

Viele Wintersportler würden wahrscheinlich normalerweise gerade den ersten Skiurlaub planen und können es vermutlich gar nicht abwarten, endlich wieder auf der Skipiste unterwegs zu sein. Doch die Corona-Pandemie hat unser Leben weiter fest im Griff. In Deutschland dürfen die Skilifte vorerst keinen Betrieb aufnehmen. Doch wie sind die Regelungen aktuell in anderen Ländern?

Über alle aktuellen Entwicklungen in den Skigebieten halten wir dich in unserem News-Ticker auf dem Laufenden.

Dürfen Deutsche überhaupt in Skigebiete im Ausland reisen?

In manchen Nachbarländern öffnen Skigebiete mit Liften sogar. Doch dürfen Deutsche dort überhaupt hinreisen? Das Auswärtige Amt warnt derzeit vor touristischen Reisen nach Frankreich, Italien, Tschechien und in die Schweiz.

Auch vor touristischen Reisen nach Österreich, mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz in Tirol und des Kleinwalsertals/der Gemeinde Mittelberg in Vorarlberg, wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt.

Seit dem 8. November 2020 gilt grundsätzlich für Ein- bzw. Rückreisende aus dem Ausland, die sich innerhalb der letzten zehn Tage vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, die Verpflichtung sich unverzüglich nach Einreise in eine zehntägige Quarantäne zu begeben. Außerdem müssen sich Einreisende vor ihrer Ankunft in Deutschland auf https://www.einreiseanmeldung.de anmelden und den Nachweis über die Anmeldung bei Einreise mit sich führen. Nach frühestens fünf Tagen der Quarantäne können sich die Einreisenden auf das Coronavirus testen lassen, um die Quarantänepflicht durch ein negatives Testergebnis zu beenden. 

Dürfen Tagestouristen in ausländische Skigebiete?

Baden-Württemberg will anders als Bayern vorerst an einer Ausnahmeregelung festhalten, wonach Wintersportler und andere Tagestouristen, die kurz in ein Corona-Risikogebiet im Ausland reisen, nach ihrer Rückkehr nicht in Quarantäne müssen. Es seien in Baden-Württemberg derzeit keine Einschränkungen hinsichtlich dieser Regelung vorgesehen, sagte ein Sprecher des zuständigen Landessozialministeriums der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Konkret gilt diese Ausnahmeregelung für Menschen aus Baden-Württemberg, die sich weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet im Ausland aufgehalten haben.

Bayern hatte eine ähnliche Regelung in der vergangenen Woche gekippt. Eine Ausnahmeregelung ohne Quarantänepflicht für Aufenthalte in einem ausländischen Risikogebiet unter 24 Stunden soll demnach nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe gelten. Darunter fallen beispielsweise Arbeit, Schule, Arztbesuche, familiäre Angelegenheiten und Geschäfte des täglichen Bedarfs.

Doch erlauben Österreich, die Schweiz & Co. überhaupt deutsche Skitouristen?

Österreich macht Grenzen über Weihnachten und Neujahr praktisch dicht

Die Österreicher werden bis Mitte Januar beim Wintersport wohl ganz unter sich sein. Die neuen Bestimmungen machen Reisen ins Land vorübergehend höchst unattraktiv. Das gilt auch für deutsche Skifans. Es ist ein Schlag für Wintersportler, aber auch für die österreichische Tourismuswirtschaft. Die Regierung in Wien hat die bisher so lukrativen Weihnachtsurlaube im Land praktisch unmöglich gemacht. Eine zehntägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten - dazu zählt laut Definition auch Deutschland - zwischen dem 7. Dezember und dem 10. Januar spricht gegen die Pistengaudi am Arlberg, in Kitzbühel oder Saalbach-Hinterglemm. 

Übernachtung und Essen wären auch schwierig zu organisieren: Hotels und Gaststätten in Österreich bleiben bis zum 7. Januar zu. 

Österreich setze auf ein konsequentes Grenzregime, damit das Virus nicht durch Rückkehrer oder Touristen ins Land getragen werde, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Mittwoch in Wien. 

Skigebiete in Österreich 

Tschechien öffnet Skigebiete trotz Corona am 18. Dezember

Die Skigebiete in Tschechien dürfen vom 18. Dezember an öffnen. Das gab Gesundheitsminister Jan Blatny am Freitag bekannt. "Wir glauben, dass die meisten Menschen wirklich zum Sport in die Berge fahren und nicht wegen der abendlichen Unterhaltung", sagte der Mediziner.

Das größte Skigebiet Tschechiens liegt in Spindlermühle (Spindleruv Mlyn) im Riesengebirge. Auch im Erzgebirge und im Böhmerwald gibt es Skipisten, die zumeist künstlich beschneit werden. 

Mit einem Zustrom ausländischer Touristen wird derzeit nicht gerechnet. "In Österreich ist das für die Einheimischen gedacht, auch bei uns sollte es nur für unsere Leute sein" sagte der tschechische Regierungschef Andrej Babis im Sender Radio Zet. In dem EU-Mitgliedstaat gilt immer noch der Notstand. 

Einreisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Tschechien müssen sich derzeit bis auf Ausnahmen online anmelden und dem örtlichen Gesundheitsamt einen negativen Corona-PCR-Test vorlegen. Eine 24-Stunden-Ausnahmeregelung gilt ausdrücklich nicht für touristische oder sportliche Aktivitäten. Die deutsche Bundesregierung hat Tschechien zum Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung ausgesprochen. 

Skigebiete in Tschechien

In der Schweiz sind die Pisten offen 

Die Schweiz hat erst vor Kurzem die Corona-Maßnahmen verschärft. Im Prinzip wolle die Schweiz die Skigebiete für den Inlandstourismus jedoch offen halten, sofern dies die epidemiologische Lage erlaube, hieß es.

Geschlossene Gondeln und Bahnen dürften höchstens zu zwei Dritteln besetzt werden. Auf allen Bahnen, auch auf Ski- und Sesselliften, sowie beim Anstehen gelte eine Maskenpflicht. 

Skigebiete in der Schweiz

Italien: Skigebiete bis 6. Januar dicht  

Mit strengeren Corona-Regeln für die Zeit um Weihnachten und Neujahr will die Regierung in Italien eine dritte Infektionswelle verhindern. Ministerpräsident Giuseppe Conte unterschrieb dazu ein Dekret, das am Freitag in Kraft trat.

Alle Skigebiete blieben bis zum 6. Januar geschlossen, hatte er zuvor in einer Pressekonferenz am Donnerstagabend mitgeteilt. Zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Januar müssen Italiener, die als Touristen im Ausland waren und zurückkehren, und auch ausländische Touristen, die nach Italien einreisen, demnach in eine 14-tägige Quarantäne. 

Skigebiete in Italien

Frankreich will siebentägige Quarantäne bei Skiurlaub im Ausland

Frankreich plant eine siebentägige Quarantäne für Franzosen, die vom Skiurlaub im Ausland zurückkehren. Es werde rund um die Feiertage stichprobenartige Kontrollen an den Grenzen zu den betroffenen Nachbarländern geben, kündigte Premierminister Jean Castex am Mittwoch an. "Die Schlussfolgerung ist, dass ich nicht in die Schweiz fahre", sagte Castex. Er wolle die Menschen im Land davor schützen, sich in geöffneten Skigebieten anderer Länder mit dem Coronavirus zu infizieren. Außerdem ginge es darum, die Betreiber französischer Skigebiete zu verteidigen und eine Gleichheit herzustellen.  

Frankreich will die Skigebiete an sich über die Weihnachtsferien offen lassen, Skilifte sollen aber geschlossen bleiben. Präsident Emmanuel Macron hatte bereits angekündigt, dass es "restriktive und abschreckende Maßnahmen" für Menschen geben werde, die während der Ferien in Skigebiete ins Ausland fahren. Die genauen Regeln sollen nun in den kommenden Tagen festgelegt werden und nicht für Grenzpendler gelten.  

Skigebiete in Frankreich

Quelle: dpa